Das sind die UX- und Webdesign Trends 2017

„Design setzt Inhalt voraus. Design ohne Inhalt ist kein Design, sondern Dekoration.“ Dieses Zitat eines Webdesigners hatte 2016 seine Berechtigung (so hat sich z. B. im letzten Jahr das durch Pinterest bekannt gewordene Card-Design vielerorts durchgesetzt, mit dem Informationen einfach und übersichtlich dargestellt werden können) und wird in 2017 noch viel wichtiger. Immer mehr Inhalte – das stellt auch Designer vor neue Herausforderungen. Diese aktuellen UX-Design und Webdesign Trends sehen wir als Webraumfahrer für dieses Jahr.

1. Storytelling mit Parallax-Webdesign

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Wo immer mehr Inhalte auf den Nutzer einströmen, bleiben die im Gedächtnis, die Erlebnis und Information vereint haben. Es geht in 2017 noch stärker darum Geschichten zu erzählen, die bewegen. Hierfür ist die Technik des Parallax-Webdesigns nach wie vor gut geeignet. Bei diesem Bedienkonzept arbeitet man nicht mit einer herkömmlichen Navigation, sondern der Nutzer scrollt sich durch die Geschichte und bekommt dabei durch verschiedene Geschwindigkeiten Inhalte, Hintergründe oder interaktive Elemente ausgespielt.

Die Seite erhält so mehr Tiefe und nimmt den Nutzer mit auf eine vertikale Reise Richtung Call-to-Action Button. Da Landingpages immer wichtiger werden, wird auch das Parallax-Scrolling in 2017 eine größere Rolle spielen. Die Technik kann auch gut im multimedialen Storytelling eingesetzt werden, zu sehen etwa beim Projekt Snow Fall der New York Times.

Aktuellere Beispiele sind auf http://benthebodyguard.com/ oder http://www.thisisnowexhibition.com/ zu finden. Wer es gruseliger mag und die Zombies aus dem eigenen Rechner nicht fürchtet, kann sich auch http://www.cabletv.com/the-walking-dead anschauen.

2. Sinnvolle Mikro-Interaktionen

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Analog ist out.  Apple hat beim Macbook die Funktionsleiste erstmals durch eine virtuelle  ersetzt, das iPhone simuliert den Druck auf die Hometaste über Vibration. Wo alles immer digitaler wird, wollen Menschen ein Feedback über ausgelöste Interaktionen bekommen. Hier kommen in 2017 noch stärker sogenannte „Micro Interactions“ ins Spiel. Das sind kleine CSS-Übergänge oder Interaktionen, die dem Nutzer ein direktes Feedback auf eine Handlung geben.

So kann ein richtig ausgefülltes Formularfeld einen animierten grünen Haken ausspielen oder sich verändernde Inhalte werden mit einer kleinen Animation deutlicher gemacht. Auch eigene Interaktionen werden heute gern interaktiv geteilt, die neu animierten Emojis bei Facebook sind ein Beispiel dafür. Auf http://www.webdesignerdepot.com/2015/07/7-secrets-for-enhancing-ux-with-micro-interactions/ sind weitere schöne Beispiele zu nützlichen Mikro-Interaktionen zu sehen.

3. Mut zur Lücke

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Wir könnten auch sagen: Weniger ist mehr. Was wie eine Flatrate fürs Phrasenschwein klingt, ist aus Sicht eines Webdesigners in 2017 unbedingt Pflicht: Überladene Webseiten liefern eine schlechte Performance, nicht nur aus Gründen der Geschwindigkeit (was   Nachteile im Suchmaschinenranking bedeutet). Der Mut Dinge wegzulassen, wird immer häufiger auch durch längere Verweildauer und steigende Conversions belohnt.

Seiten wie Medium.com haben erkannt, dass Nutzer länger bleiben, wenn sie eine ruhige Leseumgebung vorfinden. Die Fallstudie auf uxpin.com zeigt sehr schön, wie z.B. die Webseite gDiapers.com ihre Conversionen um 20% steigern konnte, allein durch das Auflockern der Seite mit Weißflächen zwischen den Inhaltsblöcken.

4. Altersgerechtes Webdesign

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Kinderbücher sehen anders aus als Bücher für Erwachsene, ein Handy für Rentner hat andere Anforderungen als ein Smartphone für die Generation Snapchat. Die Auffassung von Funktionen, Farben und Ästhetik ist unter anderem stark vom Alter abhängig. Warum aber sehen dann verschiedene Altersklassen heute in der Regel die gleiche Webseite?

Zu den Webdesign Trends in 2017 könnte daher „altersgerechtes“ Webdesign gehören. Durch immer genauere Metadaten und Browser-Verläufe können Seiten erkennen, wer sie besucht und entsprechend andere Elemente in den Vordergrund stellen. Navigationen könnten sich je nach Besucher verändern, Farben, Kontraste und Schriftgrößen an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden.

5. Conversational Interfaces

Webdesign Trends

Nicht ohne Grund hat Facebook schon vor drei Jahren WhatsApp für 19 Mrd US-Dollar gekauft. Kommunikation in digitalen Kanälen wird sich immer mehr den jeweils gelernten Kommunikationsgewohnheiten der Menschen anpassen. Gerade junge Menschen versenden im Schnitt 60 Messages pro Tag, während Anrufe und E-Mails zurückgehen.

2017 wird es daher noch stärker vom grafischen User-Interface (GUI) hin zum Conversational User-Interface (CUI) gehen. Kommunikative Elemente in Messenger-Form finden ihren Standardplatz auf Webseiten, wie das Kontaktformular und die Social_media-Buttons. Chatbots stehen dem Nutzer immer häufiger als virtueller Kundenberater zur Seite, was sich im Webdesign niederschlagen wird. Wir haben in einem extra Blogpost aufgeschrieben, wie Unternehmen Conversational Commerce sinnvoll einsetzen können und was in Zukunft noch alles denkbar ist.

Wer Webdesign Trends vermisst oder eigene setzen will, ist eingeladen diese in den Kommentaren zu hinterlassen 🙂

 

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